Unterricht in der Kaiserzeit
Für historische Unterrichtsspiele stehen die alten Klassenzimmer im Schulmuseum Bremen zur Verfügung. In solchen Spielen können Lehrkräfte für eine Unterrichtssequenz in eine historische Lehrerrolle schlüpfen. Notwendig dafür ist es, sich in die kaiserzeitlichen Unterrichtsweisen hineinzudenken und einzufühlen. Ein historisch orientierter Unterrichtsplan muss entworfen werden. Er ist die Grundlage für das gemeinsame Spiel von Klasse und Lehrkraft.
 
Hilfe beim Finden der eigenen Rolle und bei der Planung des Unterrichts „wie damals" bieten das Beratungsgespräch im Museum und die dort vorhandene Sammlung von historischen Didaktiken, Lehrbüchern, Fotos und verschiedenen anderen Materialien. So kann es gelingen, sich mit dem Sprachgestus, der Dialogführung, der Schüleransprache, den Vermittlungsstrategien vertraut zu machen und Unterrichtsinhalte sowie Lehrziele kennenzulernen.
 
Besonderes schauspielerisches Talent ist für die Gestaltung eines historischen Unterrichtsspiels nicht erforderlich. In der gemeinsam vorbereiteten Aktion der Lerngruppe stabilisieren sich Lehrerrolle und Schülerverhalten gegenseitig. Der alte Klassenraum, die starren Bänke und das Katheder bestimmen die Kommunikationsstruktur fast von selbst. Improvisierte Verkleidungselemente helfen auch den Lehrerinnen und Lehrern, ihre historische Rolle anzunehmen. Wenn Schülerinnen und Schüler ihre Lehrkräfte verändert - streng, bestimmt und autoritär - erleben, können sie das alltägliche Verhalten ihrer Lehrerinnen und Lehrer besser besprechen und verstehen. Die Auseinandersetzung mit historischem Unterrichtsverhalten beinhaltet für Lehrerinnen und Lehrer Chancen der Selbstwahrnehmung, Möglichkeiten zum immer wieder bewussten Bestimmen der eigenen Berufsvorstellungen.
Der Ausflug in die schulische Vergangenheit endet häufig mit einem Gefühl der Erleichterung, wie nebenstehende Eintragung ins Gästebuch treffend illustriert.
 
Information und Anmeldung