Information und Anmeldung
Muckefuck und Schmalzbrote
Ein „historisches Pausenbrot" ist eine schöne Ergänzung zum Unterrichtsspiel im Museum. Die Kinder können es von zuhause mitbringen, es kann auch gemeinsam vor dem Aufbruch zum Museum in der Klasse gestrichen werden. Über mehrere Tage kann ein benutztes Butterbrotpapier hergestellt werden: nach jeder Frühstückspause wird es glattgestrichen und ordentlich gefaltet für den nächsten Tag. Das Schulmuseum Bremen bietet aber auch im Museum ein „historisches Frühstück" mit Muckefuck, Schmalz- und Sirupbroten an.
 
Obwohl in Bremen viele Familien über einen handtuchgroßen Garten hinter dem Haus oder eine Parzelle verfügten, wo Kartoffeln, Gemüse, Obst und Beeren angebaut und Kaninchen gehalten wurden, war die Ernährungslage vieler Familien nicht gut. Die städtische Selbstversorgung hatte schon enge Grenzen, viele Lebensmittel mussten käuflich erworben werden. Die Tatsache, dass Zeitzeugen oft von einem Stück Brot oder von einer Tasse Matetee oder Milch als ausreichend empfundenem Lohn für eine nicht unerhebliche Arbeitsleistung erzählen, illustriert, dass die Familien bereits den Wegfall einer Mahlzeit für ein Kind als Entlastung ihrer angespannten Ernährungssituation werteten.
 
Oft gab es zum Frühstück nur eine Tasse Malzkaffee, das Pausenbrot war dann die erste richtige Mahlzeit. Bisher haben wir folgende Beschreibungen von Pausenbroten erhalten: Brot mit Schmalz, mit Margarine und Salz oder Zucker, mit Sirup, mit Sirup plus Milchhaut,
mit selbstgemachter Marmelade, gelegentlich mit Mettwurst.