Ausstellungskatalog zum Thema:
 
 
Unterricht wird Pflicht
Unterricht wird Pflicht
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren in Bremen Bildung und Schule noch immer Privatangelegenheit. Dennoch gehörte der tägliche Gang zur Schule längst zum Alltag vieler Bremer Kinder.
 
Die meisten Kinder der mittleren und niederen Stände besuchten ungefähr bis zum 8. Lebensjahr eine Heck- oder Klippschule. Dort lernten sie vor allem lesen. Anschließend konnten sie in einer der acht Kirchspielschulen oder in privaten Nebenschulen schreiben und rechnen lernen. Für die Kinder der Stadtarmen bestanden Armenfreischulen sowie drei Waisenhausschulen, die ihnen nur notdürftige Bildung vermittelten.
 
Den Söhnen wohlhabender Bremer Familien standen das städtische Gymnasium illustre oder die Lateinschule am Dom offen. Die Töchter konnten nur in privaten Einrichtungen eine standesgemäße Bildung erhalten.
 
Mit dem Schulpflichtigkeitsproklam von 1844, das eine Unterrichtspflicht für alle Jungen und Mädchen zwischen dem 6. und 14. Lebensjahr vorschrieb, begann eine Verstetigung des Schulbesuchs.