Publikationen zum Thema:
 
 
Heimat, deine Schrecken
 
Am Roland hing ein Hakenkreuz
 
Es war eben unsere Schulzeit
 
 
 
 
Zu den Übungsaufgaben
"Für eine frohe deutsche Jugend"
Veränderungen im Schulalltag setzten gleich im März 1933 ein. Sie betrafen besonders die Kinder, die eine der drei Bremer Versuchsschulen besuchten. Denn diese verloren sofort das Recht, Unterricht und Schulleben selbst zu bestimmen. Aber auch alle anderen Schülerinnen und Schüler sahen sich mit Veränderungen konfrontiert.
 
Per Verfügung wurden noch 1933 neue inhaltliche Akzente in Biologie und Geschichte gesetzt. Das aufgewertete Fach Sport erhielt für Jungen wehrsportlichen Charakter. Ab 1934 erschienen die Gedanken und die Bilderwelt der Nazis in allen Schulbüchern, sogar in den Lehrbüchern für Mathematik und Naturwissenschaften. In vielen Bremer Klassenräumen hing ein Hitlerbild. Im Juli 1933 wurden die Lehrer verpflichtet, die Stunden mit dem Hitlergruß zu beginnen. Die Hitlerjugend konnte ungehindert in der Schule auftreten. Das eigentliche Lernen kam häufig zu kurz, weil politische Rituale und Veranstaltungen wie Flaggenehrung und gemeinschaftliches Anhören von Hitlerreden Zeit beanspruchten.
In den Kriegsjahren mit Luftalarm, Kinderlandverschickung und Kriegshilfsdiensten fand ein geordnetes Schulleben kaum noch statt.
 
Besonders leiden mussten Kinder und Jugendliche, die den rassischen, erbbiologischen und politischen Kriterien der Nazis nicht entsprachen: jüdische Kinder, Kinder von politisch verfolgten Eltern, behinderte Kinder oder Kinder, die zur Zwangsarbeit verschleppt worden waren. Sehr viele von ihnen haben das Naziregime nicht überlebt.