in der Unteren Rathaushalle Bremen
vom 28. Februar bis 28 März 2004
 
Auch in Bremen haben die nationalsozialistischen Machthaber die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen für sich gewonnen. Wie konnte ihnen das gelingen? Anhand der Objekte, Fotos und Dokumente dieser Ausstellung lassen sich auf diese Frage Antworten finden. Das Ausstellungsmaterial hat die Jahre seit dem Sieg der Alliierten über das nationalsozialistische Deutschland am 8. Mai 1945 in Bremer Familien überdauert. Nach einem Aufruf im März 2000 brachten Bremerinnen und Bremer der Jahrgänge 1920 bis 1940 Erinnerungsstücke und Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend in der Nazizeit ins Schulmuseum. Aus der Fülle ihrer Überlassungen haben wir die Exponate für die einzelnen Ausstellungskapitel ausgewählt. Sie dokumentieren Kinder- und Jugendleben zu Hause, in der Schule, in der Hitlerjugend, im Arbeitsdienst, in der Kinderlandverschickung, im Kriegshilfsdienst und schließlich an der Front. Diese Lebensräume der Kinder und Jugendlichen entsprechen den Lebensstationen, die das nationalsozialistische Regime für sie vorgesehen hatte. Die Situation von jüdischen Kindern und Jugendlichen und von Kindern politisch verfolgter Eltern wird an einigen Beispielen verdeutlicht. Die Kapitel zur Vorkriegszeit liegen links von der „Straße," die zu den Kriegsjahren rechts davon. Zum Abschluss zeigt die Ausstellung, wie einige Menschen mit ihren Erinnerungen umgegangen sind.
 
Die älteren unserer Zeitzeugen waren Kinder, als die Nationalsozialisten die Macht übernahmen, die jüngeren wurden in die Diktatur hineingeboren. Die Mechanismen, mit denen sie von früher Kindheit an auf den „Führer" eingeschworen, für seine politischen Ziele in Dienst genommen und auf das Opfer ihres Lebens für den Endsieg vorbereitet wurden, konnten sie damals nicht erkennen. Heute stellen sie hier ihre Erinnerungsstücke aus der Nazizeit und ihre Erfahrungen zur Verfügung.
 
Wer, wie auch wir aus der Schulgeschichtlichen Sammlung, erst nach dem Zweiten Weltkrieg aufgewachsen ist oder erst später geboren wurde, kann in dieser Ausstellung vielleicht erahnen, was sie damals als Kinder und Jugendliche erlebten. Wenn wir bereit sind, das zu verstehen und daraus zu lernen, können wir viel für uns gewinnen.
 
 
Die Ausstellung ist beendet!
 
Falls Sie sich noch für die Ausstellung interessieren, nutzen Sie bitte die Lernsequenz unter Museumspädagogik/NS-Zeit/Am Roland hing ein Hakenkreuz oder erwerben Sie unseren Katalog zur Ausstellung. Für Schulklassen ab Jahrgang 6 besteht die Möglichkeit, das museumspädagogische Angebot "Julia" zu buchen.
 
Hinweisen möchten wir nochmals auf die drei aufschlussreichen Video-Dokumentationen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie die Video-Produktion des Theaterstücks "Hans und Grete".
Am Roland hing ein Hakenkreuz
Bremer Kinder und Jugendliche in der Nazizeit
Katalog zur Ausstellung