Neue Ausstellungsabteilung
Kindheit und Jugend 1945 bis 1960
Hunger - Demokratie - Rock`n`Roll
Vom 1. bis 29. Juni 2014 zeigte das Schulmuseum in der Unteren Rathaushalle eine Sonderausstellung mit dem Titel "Hunger - Demokratie - RocknRoll / Kindheit und Jugend 1945 bis 1960". Die Ausstellung war das Ergebnis eines kooperativen Experiments: Sie entwickelte sich aus der Zusammenarbeit zwischen dem Schulmuseum und über 30 unterschiedlichen Lerngruppen aus bremischen Schulen. Vom Publikum wurde diese Präsentation begeistert aufgenommen und sie wird jetzt in die Dauerausstellung des Schulmuseums integriert.
 
Hier wird die konzeptionelle Grundidee des Museums fortgeschrieben:
Es geht um die Perspektive von Kindern und Jugendlichen; die Schule wird in den gesellschaftlichen Kontext gestellt, der die Lebensverhältnisse der Familie ebenso prägte wie den Schulalltag; die Lebensrealität der Lehrkräfte und die Bedingungen, unter denen Schul- und Bildungspolitik realisiert wurden.
 
Mit fast 100 historischen Abbildungen und Dokumenten aus der Nachkriegszeit und ebenso vielen Objekten wird der Mangel der späten 1940er Jahre, der mühsame Wiederaufbau, aber auch der zunehmende Wohlstand der 1950er Jahre veranschaulicht. Objekte, Fotos und Dokumente stehen exemplarisch für eine Zeit, die durchaus vielschichtiger ist, als es die Stereotype von Trümmerfrau und Nierentisch vermuten lassen.
Mit den Abschnitten Aufwachsen in der Nachkriegszeit - Mühsamer Wiederaufbau der Schulen - Spielräume - Der kleine Wohlstand - Aufbruch in den Schulen - Lehrjahre sind keine Herrenjahre sollen vor allem die Verschränkungen der verschiedenen Lebensbereiche von Kindern und Jugendlichen deutlich werden.
 
Es ist nicht nur ein wichtiges Anliegen der neuen Abteilung, die Schulgeschichte bis in die jüngere Vergangenheit fortzuschreiben. Im Kontext des außerschulischen Lernorts Schulmuseum möchte die Ausstellung vor allem Schülerinnen und Schülern auch die Möglichkeit bieten, sich Momente des Neubeginns nach 1945 zu vergegenwärtigen: zum Beispiel in Auseinandersetzung mit Entnazifizierungsvorgängen oder mit der Entwicklung demokratischer Erziehungsziele, auf der bis heute die Schul- und Bildungspolitik fußt.
 
Die Realisierung der neuen Ausstellungsabteilung des Schulmuseums wurde unterstützt von der Bremer Landesbank, der Karin und
Uwe Hollweg-Stiftung, vom Freundeskreis des Schulmuseum Bremen
und von den Stadtteilbeiräten Walle, Schwachhausen, Huchting, Neustadt, Hemelingen, Osterholz und Horn-Lehe.