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Wandbildsammlung

Die Sammlung des Schulmuseums umfasst rund 4.000 Wandbilder und Landkarten aus der Zeit um 1880 bis in die 1960er Jahre.

Die ältesten Wandbilder gehören zu einer Serie für den Anschauungsunterricht in den ersten Schuljahren. Sie illustrierten Fabeln oder stellten die Tierwelt vor. Die Kinder lernten in den ersten beiden Schuljahren etwa 50 solcher Bilder kennen.

Neben den Motiven für den Anschauungsunterricht in der kaiserzeitlichen Schule finden sich Wandbilder und Landkarten aus jüngeren Jahren bis in die 1960er Jahre zu den verschiedensten Fächern. Unter anderem sind Serien zur Mathematik, Physik, Geschichte, Tier- und Pflanzenkunde, Verkehrserziehung, Erdkunde und Politik im Bestand.

Schulwandbild Der Storch

Erschienen im Verlag Wilhelm Pfeiffer, Gotha 1878

Das Anschauungsbild vom Storch ist eins der ältesten Wandbilder in unserer schulgeschichtlichen Sammlung.
Im Anschauungsunterricht wurden solche Bilder eingesetzt, um mit der Bildbetrachtung den Anlass zum Sprachunterricht zu schaffen. Die Kinder sollten vor allem korrektes Hochdeutsch, Schreiben und Lesen lernen. Ein Aspekt des Anschauungsunterrichts war aber auch das Vermitteln von Tugenden und Untugenden. Sie wurden von den Tieren verkörpert und den Kindern als Verhaltensregeln eingeschärft.

Ein Lehrerhandbuch von 1900 beschreibt zum Bild: "Was können wir nun von unseren lieben Störchen lernen? In jedem Jahre kommen sie wieder zu uns und haben also wohl unser Land recht lieb. – Sie können uns hierin ein Vorbild sein; denn auch wir sollen unser Vaterland, darinnen wir geboren sind und worinnen unsere Eltern wohnen, über alles lieben. Kaum haben sie ihr Nest aufgefunden, so sind sie auch schon fleißig, dabei aber munter und froh. Auch dieses wollen wir den Störchen nachtun".