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Die Finger-Rechenmaschine von 1919 / 20

Das besondere Objekt

ein hölzerner Kasten, darin auf einer Schiene zehn Finger aus Metall, rot und weiß lackiert

Mit den Fingern zählen lernen? Vor 100 Jahren sollte diese Finger-Rechenmaschine Kindern beibringen, beim Rechnen ihre Finger richtig einzusetzen. Die "Maschine" war ein hölzerner Kasten mit zwei Reihen von je 2 mal 5 Fingern aus Blech, rot und weiß lackiert. Der Gütersloher Lehrer Wilhelm Wlecke hatte sie im Jahr 1919 konstruiert und sich patentieren lassen. Der Lehrer konnte die beweglichen Finger durch einen Schlitz im Kastendeckel von hinten bedienen, so dass jeder Rechenvorgang wie eine kleine Theateraufführung präsentiert wurde.

1929 veröffentlichte Wlecke das pädagogische Konzept für sein Gerät unter dem Titel "Die Finger als Fundament des ganzen Zahlenbaues". Darin beschreibt er, wie leistungsschwachen Kindern mit Hilfe seiner Fingerrechenmaschine als "Hauptveranschaulichungsmittel" lernen können, ihre eigenen Finger für das Lösen mathematischer Aufgaben einzusetzen.
Die neue Rechenmaschine verbreitete sich in den 1920er Jahren über Nordrhein-Westfalen hinaus, konnte sich aber schließlich in den Schulen nicht durchsetzen. Die eigenwillige Optik besticht heute und macht sie zu einem besonderen Objekt in der Sammlung.